Kandidaten-Rundbrief Nr. 2

Friedel Werner
Spandauer Str. 17
32825 Blomberg, im September 1999
 
 

Liebe Blombergerinnen,
liebe Blomberger,

am 12. September ist Kommunalwahl. Ich kandidiere als Hauptamtlicher Bürgermeister. In meinem Kandidatenrundbrief Nr. 1 habe ich mich vorgestellt. Jetzt informiere ich Sie über meine künftigen Schwerpunkte als Hauptamtlicher Bürgermeister.

Wie Sie bereits festgestellt haben, habe ich – im Gegensatz zu den anderen Kandidaten – mich nicht plakatiert. "Spenden anstatt Plakate" ist meine Devise. Darum habe ich die eingesparten Beträge gespendet, um die Arbeit des stadtgeschichtlichen Arbeitskreises zu würdigen.

Meine Schwerpunkte in den nächsten 5 Jahren werden sein:

Verwaltungsreform – Stadtentwicklung – Jugendpolitik

Was heißt das im einzelnen?

Blomberg als Mittelzentrum muß sich den zukünftigen Anforderungen stellen. Im Verwaltungsbereich sind auf Landesebene zur Zeit umfangreiche Umstrukturierungen im Gange. Diese machen vor der Stadt Blomberg nicht halt. Verbunden damit sind auch neue Aufgabenübertragungen. Der Bürger wird zum Kunden – und Kunden wollen umworben sein. Sie sind als Bürger nicht mehr für die Verwaltung da, sondern die Verwaltung für Sie.

Die Öffnungszeiten der Stadtverwaltung sind daher den Kundenbedürfnissen anzupassen. Die Verwaltung muß sich auf ihre wesentlichen Aufgaben konzentrieren.

Zum Verständlichmachen der Entscheidungen ist ein Rats-Info-System erforderlich. Der Bürger will wissen, warum Entscheidungen getroffen werden. Er will auch wissen, wo sein Geld geblieben ist (Berichtswesen).

Öffentliche Entscheidungen, die für einzelne Ortsteile entscheidenden Einfluß haben, sind auch öffentlich vor Ort zu diskutieren. Die Verwaltung – und damit die Politik – muß zum Bürger. Das bedeutet im Umkehrschluß: Die Initiativen und das Engagement der Bürger muß die Verwaltung aufgreifen, in das Verwaltungshandeln einbinden und koordinieren. Das stärkt einerseits die Bindung des Bürgers an seine Kommune, andererseits werden öffentliche Gelder eingespart. Mit einem Wort:

Die Verwaltung muß kundenorientiert arbeiten.

Das Potential hierfür in der Verwaltung ist vorhanden. Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung Blomberg sind sehr gut ausgebildet und überwiegend hoch motiviert. Damit die Stadt Blomberg wieder handlungsfähig wird, ist die Sanierung des Haushalts unabdingbare Voraussetzung.

Ökologische Gesichtspunkte müssen in Verwaltungsentscheidungen einfließen. Dies ist im Regelfall nicht mit viel Geld verbunden. Lediglich die Einstellung ist einzufordern. Der Einsatz von regenerativen Energien – auch im städtischen Bereich – ist fortschrittlich, zukunftsweisend und für den Bürger "ansteckend". Mit einfachen "kostenlosen" Maßnahmen werden zukünftige Weichenstellungen festgelegt. Baumaßnahmen nur noch mit südlich ausgerichteter Dachfläche, kompakte Bauweisen statt Flächenverbrauch, Energiesparprojekte in Schulen ....
 

Wir leben in einer reizvollen Kleinstadt mit einer wunderschönen Landschaft. Hier sind Pfunde vorhanden, mit denen wir wuchern müssen. Förderung von sanften Tourismus, eine Attraktivitätssteigerung der Innenstadt durch verkehrsberuhigende Maßnahmen. Dem Landschaftsverbrauch durch immer größere Baugebiete an Randlagen der Stadt ist Einhalt zu bieten. Statt immer neuer Baulandausweisungen sind vorhandene Baulücken zu schließen. Die Ortsteile sind in ihrer Eigenart zu stärken und zu entwickeln. Ausreichende bauliche Entwicklungsmöglichkeiten für die ortsansässigen Bürger sind bereitzustellen – nicht für Neuzuzügler.

In den Ortsteilen ist hier und da auffällig, daß vorhandene Strukturen verfallen. Hier sind Überlegungen anzustellen, wie Hofstellen, Scheunen usw. für einen baulichen Ausbau genutzt werden können.

Die Wirtschaftswege in und um Blomberg befinden sich teilweise in einem schlechten Zustand. Diese sind instandzusetzen. Gleichzeitig dienen sie – mit einer entsprechenden Vernetzung – als Radwegenetz.

Jugendpolitik kommt eine immer stärkere Verantwortung zu. Jede Mark, die wir heute sparen, zahlen wir künftig mehrfach drauf. Deshalb sind Initiativen im Kinder- und Jugendbereich unabdingbar. Was in Blomberg fehlt, ist eine Disco, ein Kino, Begegnungsstätten für Jugendliche. Die Arbeit des Jugendzentrums muß unterstützt werden. Jugendarbeit hat auch in den Ortsteilen zu erfolgen. Vereine und Initiativen leisten in der Kinder- und Jugendarbeit Hervorragendes. Dies muß anerkannt und gefördert werden.

Der Integration der jugendlichen Aussiedler muß eine besondere künftige Bedeutung zukommen. Die Jugendlichen wurden teilweise gegen ihren Willen in eine für sie fremde Umgebung (sprachlich und kulturell) gebracht. Sie benötigen daher unsere ausgestreckte Hand und Hilfe, wenn die Auffälligkeiten dieser Gruppe nicht noch steigen sollen.

Die Wünsche und Ziele der Kinder und Jugendlichen kann man erfahren. Indem sie angesprochen werden, indem sie in Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Die Errichtung eines Jugendparlaments ist hier ein denkbarer Ansatzpunkt.
 

Meine beiden Mitbewerber Dr. Pilgrim und Dieter Machentanz befinden sich beide bereits an der Schwelle des Rentenalters. Sie sind durch jahr(zehnt)elange Routine in ihrem Job betriebsblind geworden und haben sich dort verschlissen. Zu diesen beiden Personen muß es einfach eine Alternative geben. Neue Männer braucht das Land! Deshalb kandidiere ich und bitte um Ihre Stimme bei der Wahl des Hauptamtlichen Bürgermeisters.

Sie haben am 12. September die WahlAuslaufmodelle müssen ersetzt werden!
 

Sprechen Sie mich an: Telefon 05235 / 1037

Per Email Friedel.Werner@t-online.de

Mit freundlichen Grüßen